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Reisebericht

Panama - Shelterbay Marina

Am 27. Januar fliegen wir nach Panama City wo unsere Casa Bianca in der Shelterbay Marina an Land steht. Dieses Jahr liegt ja wieder eine grössere Strecke unserer Weltumseglung vor uns, so dass die Checkliste lang ist, damit unser Kat fit ist für die lange Reise.  Sicher Arbeit  für zwei Wochen steht uns bevor. Danach müssen wir Food und Getränke einkaufen gehen wie die Weltmeister, was auch noch einige Tage in Anspruch nehmen wird.

Wir kommen morgens um 6.00 Uhr am Flughafen von Panama City an und unser Schweizer Segelfreund Ueli, der im Moment in der Marina auf seinem Boot wohnt, und sich für diese Zeit  ein Auto gekauft hat, spielt nun Taxi für uns. Weil der Weg vom Flughafen zur Marina sowieso fast durch die Stadt führt, fahren wir gleich zu einer Firma, wo Kurt  sich eine zusätzliche Solarzelle kauft.  Oh Gott denke ich, wo soll das Teil noch Platz auf unserem Kat finden! Danach kaufen wir noch bei einem weiteren Schiffszubehörladen ein, um dann endlich  mit einem randvollen Auto die über 80km zur Marina zurückzulegen.

Der erste Tag auf dem Boot war wieder mal einer bei dem man sich fragt, warum man sich das Ganze antut. Die tropische Feuchtigkeit hat ihre Spuren in den 8 Monaten am Katamaran hinterlassen. Die beiden kleinen Entfeuchter halfen nur bedingt das Boot trocken zu halten. Drinnen ist das meiste mit einer feinen Schimmelschicht überzogen.Draussen sind alle Seile grün.  Ich bin tagelang am putzen und schruppen. Die Casa Bianca steht ja Rande des Urwald und die Vögel finden unsere Saling wunderbar um darauf auszuruhen und  einen Schwatz mit ihresgleichen abzuhalten.  Ihre Toilette erledigen sie natürlich auch gleich da und das Deck sieht dementsprechend aus.  Kurt macht sich zuerst  an die vielen kleinen Reparaturen, die erledigt werden müssen. Unsere Kojen und der Salon erhalten neue Lampen und die meisten LED-Leuchtmittel werden ersetzt.  Was für die Zukunft heisst: Mehr Licht mit weniger Strom. Der Kühlschrank muss besser isoliert, die neue Ankerwinsch fertig montiert werden.  Im Ankerkasten hausen zwei Frösche! Wie die auf 3Meter hochgekommen sind, ist uns ein Rätsel?! Jetleg und die Hitze und Feuchtigkeit machen uns zu schaffen.

Dafür sitzen wir am Abend gemütlich mit Ueli und Peter (ebenfalls ein Schweizer Segler den wir im Vorjahr in Curacao kennengelernt haben) beim Sundowner  im Marinarestaurant und klönen uns alle gegenseitig voll über die Schufterei. Haben aber  auch immer wieder viele Anektoten zum Lachen zu erzählen. Es geht ja allen gleich, in der Werft und in den Marinas ist Chrampfen angesagt und jeder hofft als Belohnung später dafür die schönsten Buchten der Welt geniessen zu können. Was natürlich auch nicht immer so ist, aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

Nach ein paar Tagen reist Kurts Freund Bruno an. Er wird uns bis zu den Marquesas in französisch Polynesien begleiten und möchte Kurt bereits bei den Arbeiten helfen. Er ist ebenfalls ein gestandner Segler und weiss was das heisst.  Die beiden Männer nehmen nun zusammen die grösseren Arbeiten in Angriff. Unterwasseranstrich, die Motoren checken und sauber machen, die Solarzellen werden total neu ein geteilt, was heisst 4 Zellen abmontieren,
5 Zellen neu montieren. Bruno kriegt in diesen 2 Tagen fast einen Hitzschlag. Dann müssen die Segel aufgezogen werden, immer wieder
 wird in den Motorenraum gestiegen, danach wie ein Kaminfeger rausgestiegen, ich krieg fast die Kriese bei all diesem schwarzen Russ auf dem weissen Boot. Nun spinnt auf einmal die Stromzufuhr. Liegt es wohl an den Batterien, ist es der Regler, oder ist die neue Solarzelle nicht ok ???? Test da, Test da…

Meinen Teil der Arbeit hab ich erledigt und fange nun mal mit shopping an. Mit dem Marina Bus fahre ich mit einer ersten Einkaufsliste nach Colon wo es einen grossen Supermarkt und ein paar Warenhäuser gibt. Auf dem Weg dahin liegt mitten auf der Urwaldstrasse ein Baumstamm. Ui neiin! Das ist kein Baumstamm, sonder eine dicke fette Boa Constrictor. Der Busfahrer hält an und die Boa schaut mich durch das Fenster direkt an. Ich will nach dem ersten Hypnoseblick die Kamera zücken. Doch leider ist sie ebenfalls so erschrocken wie wir, dass sie rechtsumkehrt macht und ins Dickicht des Dschungels abhaut.  Ab da bin ich mir nun nicht mehr so sicher ob wir auch dieses Jahr nochmals einen Abendrundgang zu den Brüllaffen und Faultierenim Wald machen… Ich war froh dass etwas Blech und eine Fensterscheibe zwischen mir und der Schlange war.

Einen Tag später in der Marina, als ich auf dem Steg zu unserem Kat rauslaufe, kroch doch tatsächlich nochmals eine Schlage rum. Ok, der Durchmesser war diesmal nur 1cm, aber auch sie fast einen Meter lang. Ein ungutes Gefühl. Ich hoffe dass sie den Weg in unser Boot nicht findet. Mit einem Handtuch vor meinen Beinen (ich komme gerade vom Duschen) renne ich schnell an ihr vorbei.

Heute steht plötzlich Silvia vom Katamaran Tartaruga vor mit. Hallo, haben wir uns nicht vor drei Jahren an einem Ankerplatz in Martinique getroffen? Ja natürlich, ich kann mich noch gut daran erinnern. Zwei, drei Stunden ein Schwatz und schon gingen unsere Wege wieder auseinander. Nun haben Silvia und Joachim ebenfalls vor durch den Panamakanal zu fahren und in die Südsee zu stechen. Mal schauen ob wir da unten mehr Zeit für einen Sundowner finden. Hier in der Marina kommt es nur kurz dazu. Irgendwie sind alle immer  zu beschäftig. Aber man tauscht sich immer mal wieder beim vorbeigen am Steg über die wichtigsten Dinge für die Weiterfahrt aus oder hilft einander mit Auskünften. Auch wenn man sich nur kurz trifft, man gehört halt zur Seglerfamilie.

Nun fahre ich das erste Mal für einen Grosseinkauf nach Colon. Ueli hat mir offeriert dass er mich fährt und meine Ladung transportiert. Mit dem Marinabus wäre das nicht zu bewältigen, ich müsste mir ein Taxi nehmen. Der Nissan Patrol von Ueli wird randvoll geladen. Mit 120l Wasser in Galonenflaschen (=3,75l) 30 Cola light in 2l-Flaschen, 30l Fruchtsäft, 30 l Milch, 80 Büchsen Gemüse, 30kg Mehl um Brot zu backen, 10kg Pasta, 5kg Reis etc. etc.  Erster megalanger Kassenbon = 700$. Kurt und Bruno staunen nicht schlecht bei den Mengen die sie in Marinagaretten umladen müssen, um alles zur Casa Bianca zu bringen. Meinst Du das bringen wir unter?!? Fragen sie. Wir müssen…. Und es kommt sicher nochmals so eine Ladung an Bord, meine Einkaufliste ist noch lang.

 Morgen stösst Annina, Brunos Nichte noch zu uns und möchte ebenfalls bis zu den Marquesas mitkommen. Das heisst wir sind vier Personen, die die nächsten 2 Monate verpflegt werden müssen. Danach segeln Kurt und ich nochmals 2 Monate alleine weiter bis wir unser Ziel in Tahiti erreicht  haben. Die Einkaufsmöglichkeiten unterwegs sollen eher spärlich sein und die Südsee dazu noch sehr teuer, weil ja alles mit Versorgungsschiffen auf die Inseln gebracht werden muss. Also füllen wir die Casa Bianca! So müssen wir unterwegs möglichst nur noch Gemüse und Früchte und andere Frischwaren dazukaufen.

Annina ist nun auch an Bord und hilft bei den letzten Vorbereitungen. Sie darf draussen noch unseren Chromstahl bei der Reeling und Solarträgern putzen und zum glänzen bringen und schrubbt das Deck bevor wir auslaufen. Beim Einzug in ihre Koje hat sie die ersten zwei Nächte kaum Platz weil die Männer immer noch dauernd an den Batterien und Reglern Tests durchführen um den Fehler in der Stromzufuhr zu suchen. Sie müssen dafür dauernd in dieser Koje übers Bett kriechen um an den Batteriekasten zu kommen.

Wir Frauen fahren mit Ueli nochmals zum Einkaufen und kommen nochmals mit einer riesigen Ladung zurück (Kassabon nochmals 700$) Diesmal Salatoel, Essig, Pelatis, Pesto, Müesli, Guetzli, Salziges, Linsen, Gusgus, Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Butter, Joghurt, Käse, vacumierter Schinken und etwas Fleisch, 60 Eier, Duschdas, Zahnpasta, WC- und Küchenpapier etc. etc.  Der Nissan Patrol ist zum zweiten Mal randvoll!!!

In der Zwischenzeit haben wir uns vor Tagen einen Agenten wegen der Kanaldurchfahrt organisiert. Er erledigt alle Formalitäten und organisiert den Termin dafür. Es kommt ein Vermesser der Kanalbehörde an Bord der, mit einem Meterband die Casa Bianca bis auf den cm genau ausmisst. Da vier Leinenhalter plus Kapitän an Bord sein müssen, fragen wir Ueli ob er Lust hat mitzukommen und uns zu helfen. Was er auch gerne macht.

  

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