Karibik 2012

 

Grenada - Union Island - Tobago Cays Mayreau - Bequia - St. Lucia - Martinique

Januar bis April

709 sm

karte karibik  2010 und 2012

    

Live slow, sail...
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Salt Wistle Bay...
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Weitere Bilder sehen Sie in der untenstehenden Bildergalerie. Viel Spass

 


Reisebericht

Wir sind ja nun die dritte Saison in der Karibik und haben mit Grenada, Spice Island Marina, einen guten Standort, zum Auswassern und Uebersommern gewählt. Dieses Jahr war der Januer und Februar sehr windig und dadurch hatten wir dementsprechende Wellen. Einige Segler kamen in Not, wurden sogar über Bord gespühlt (im Süden von Grenada) oder mussten Ihr Boot wegen Auflaufen verlassen (Les Aves-Venezuela). Ich (Brigitte) war froh mussten wir diesmal keine grösseren Strecken segeln. Kurt hat im Dezember ein neues Cockpitdach (Bimini) gebaut (Details unter "Das Schiff - Umbauen & Renovieren") und wir segelten hoch nach Bequia, um bei Chris, den dazugehörigen Canvas nähen zu lassen. Das nahm vor Ort ca. drei Wochen in Anspruch. Danach gings weiter nach Martinique, von wo aus wir für eine Woche nach Kuba flogen. Auch das beanspruchte vor Ort in etwa drei Wochen. Danach gings gemütlich zurück Richtung Süden. Zwischendurch hatten wir noch einen Gast für zwei Wochen an Bord, mit dem wir eine Rundtour St. Lucia - Tobago Cays - St. Lucia machten.

Nachdem wir die letzten zwei Saisons reparaturmässig recht ruhige Zeiten hatten, war diesen Winter wieder mal dauernd was zu flicken und wir waren froh, hatten wir (fast) keine festen Termine und Ziele. So hielt sich wenigstends dieser Stress in Grenzen.

Kaum ins Wasser gelassen, konnten wir nicht mehr von Bord, weil unser Ausserbordermotor von unserem Dingi (Schlauchboot) nicht mehr ging. Unser Bootsnachbar hat uns dann am nächsten Morgen mit seinem Dingi an Land geschleppt. Am ersten Segeltag klemmte ein Gleiter am Mast und das Segel kam nicht mehr runter und eine Latte riss aus. Wir mussten dann so am Rand unserer Zielbucht ankern, Kurt auf den Mast klettern und mit dem Hammer den Gleiter runterschlagen. Erst dann konnten wir ganz in die Bucht rein. Dann ging die eine Winsch fürs Vorsegel nicht mehr richtig, die musste dann mal komplett auseinandergenommen werden. Da klemmte eine Feder. Oefters ging der Autopilot nicht mehr richtig, so dass wir wie in alten Zeiten selber steuern mussten. Hier musste ein Kabel neu gelötet werden. Mehrere Male hatten wir mit dem einen Motor Probleme. 2x hat Kurt den Keilriemen ausgetauscht, weil er immer total abgeschabt war. Schrauben wurden besser angezogen, der Impeller ausgetauscht, das Auspuffrohr gereinigt und zu guter Letzt fanden wir in Martinique ein Ersatzteil, das die Ursache des Problems war. Bei 30Grad dauernd in einen engen Motorraum zu steigen ist nicht wirklich Ferienfeeling ;-). Ein anderes Mal lief auf einmal kein Wasser mehr aus der Leitung! Und an Land gabs keine Ersatzpumpe bei den Händlern. Also haben wir mal in unserem Bestand unter den Kojen gegraben, und oh Glück, wie hatten irgendwann mal eine Ersatzpumpe gekauft. Wir hatten ja mal 2 Tage zwischen Tunesien und Sardinien kein Leitungswasser mehr. Da haben wir wohl danach eine gekauft :-)

Kurt war also immer gut beschäftig und ist mittlerweile ein gute Mechaniker, Hausmeister, Stromer, Techniker etc. Alles konnte er flicken und läuft wieder. Unser Freund Roger sagt immer: Dä Baschtelkurti, der flickt alles!

Wie die beiden Jahre davor, besuchten wir alle unsere Liebllingsplätze zwischen Grenada und St. Lucia (Berichte darüber in Karibik 2010 und 2011) Nach St. Vincent fuhren wir diesmal für einen Tagesausflug mit Gerd und Sabine mit der Fähre von Bequia aus.

3 Wochen am Anker in Bequia
Während der Zeit wo Chris unseren Canvas näht und auch wir noch ein paar Dinge erledigen möchten (z.B. den Cockpitboden neu streichen) haben wir in den Arbeitspausen geschnorchelt und Landausflüge gemacht sind mit alten und neuen Seglern zusammengesessen. Man hilft sich gegenseitig, kocht auch mal zusammen, trinkt ein Bier oder Cola mit Rum beim Sonnenuntergang und parlafert in allen Sprachen und mit Händen und Füssen. Haben z.B. die Schweizer Mario und Esti mit der 7-jährigen Laura auf der Mares kennengelernt, mit Ihnen geschnorchelt und den 7. Geburtstag von Laura gefeiert. Sie kamen ein paar Tage zuvor über den Atlantik und waren auf dem Weg zum Panamakanal. Wenn ich nun diese Zeilen (September 2012) ins Netz stelle, sind sie bereits tief im Pazifik und steuern auf Neuseeland oder Australien zu. Ihr Ziel ist, die Welt umrunden! Esti gibt Laura jeden Tag zwei Stunden Schule an Bord (1. Klasse = Deutsch und Rechen). An Lauras Geburtstag kamen auch Engländer, die mit drei Kindern schon 11 Jahre unterwegs sind (am Anfang noch ohne Kinder) und die segeln ebenfalls nach Neuseeland, wo sie sich nun niederlassen wollen. Gerd und Sabine von der Sturmvogel, die wir schon von letztem Jahr kennen, liegen auch in Bequia und wollen Ihr Boot verkaufen. Er findet die dauernde Flickerei zu aufwändig und mühsam. Die gehört aber leider dazu. Segeln und Reparaturen gehören zu diesem Leben. Und da sind halt die Männer gefordert. An den schönsten Plätzen der Welt krümmen sie sich dann bei 30 Grad irgendwo kopfüber in den engen Motorräumen, Bilgen und engen Winkeln der Boote und Katamarane. Dafür haben sie sich dann immer viel zu erzählen und tauschen alle Tricks und Spezialbasteleien aus. Man erhält ja nicht immer das richtige Ersatzmaterial. Und alles im Doppel an Bord zu haben, würde heissen, ein zweites Schiff mitzuführen. Was ja auch nicht geht. Und es geht meist das kaputt, von dem man gerade nix an Bord hat.

Diese Saison habe ich übrigens beim Schnorcheln die erste gepunktete Adlerroche beim gesehen. Die kam direkt auf mich zu. Absolut fantastisch!  Bin ihr aber dann doch ausgewichen… Man weiss ja nie, ob die das auch so toll findet.

Für zwei Wochen hatten wir Severo als Gast an Bord. Wir holten Ihn in der Rodney Bay St. Lucia ab und segeln mit wieder Richtung Süden nach Bequia, Tobago Cays, Mayreau und Union Island und wieder zurück. Auf dem Rückweg lagen wir in St. Lucia in der Marigot Bay, vor Souffriere bei den beiden Pitons, dem Wahrzeichen von St. Lucia und besuchten am Schluss von der Rodney Bay aus die Hauptstadt Castries mit ihrem bunten Treiben und dem interessanten Markt. Nachdem Severo wieder abreiste, segelten wir nach Le Marin Martinique, um von dort mit dem Flugzeug nach Kuba zu reisen. (Mehr darüber siehe Bericht Kuba) Als wir wieder nach Martinique zurückkamen verbrachten wir noch ein paar Tage mit Gerd und Sabine bevor sich unsere Wege trennten. Sie wollten da ihr Boot verkaufen (was ihnen auch glückte) und wir segelten wieder Richtung Süden nach Grenada, unserem momentanen Heimathafen, um da die Casa Bianca wieder für die nächsten Monate an Land zu stellen.

 

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