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Reisebericht

Am 20. Dezember 2009 kommen wir  nach 20 Tagen auf dem Atlantic bei der Insel Dominica in der Prince Rupert Bay vor Portsmouth an. Dominica wurde 1493 von Kolumbus an einem Sonntag endteckt, daher stammt ihr Name. Sie ist eine einfache noch sehr ursprüngliche Insel mit wenig Tourismus. Daher eher arm und für uns Karibik pur. Auch der weisse Sandstrand fehlt und es empfängt uns dunkelgrauer Lavastrand. In der Bucht befinden sich ein paar ganz einfache Restaurants in denen wir unsere Überquerung feiern und an Weihnachten unseren ersten Lobster essen. Der Ort hat schon bessere Tage gesehen, aber mit seinen bunten Häuschen hat er viel Charme. Die Leute sind sehr freundlich und unaufdringlich. An einem Morgen ganz früh machen wir mit einem Kanu machen wir eine sehr schöne, eindrückliche Flussfahrt im Indien River durch den Regenwald.

Von Dominica aus machen wir einen kurzen Abstecher hoch zu den Inseln Les Saintes vor Guadeluope wo es bereits sehr französisch zu und her geht. Wir flanieren durch einen hübschen touristischen Ort. Danach segeln wir wieder zurück Richtung Süden nach Martinique, und ankern vor dem Ort St. Pierre am Fusse des Vulkans Pelée. Dieser brach das letzte Mal 1902 aus und gilt noch immer als aktiv. Weiter gehts zur Hauptstadt von Martinique Fort-de-France. Eine sehr quirlige Stadt mit viel Betrieb und für uns guten Einkaufsmöglichkeiten. Wir sehen die erste karibische Markthalle. Alles sehr bunt und fröhlich und wunderbaren grillierten Hühnchen. Von hier fliegen Irene, Sepp und Klaus nach Hause und die Casa Bianca gehört nach 5 Wochen wieder nur uns zwei. Kurt lässt sich hier die Haare schneiden, so dass er nun wie ein weisser Afrikaner aussieht, so geschoren hat man ihn. Wir segeln weiter an die Südspitze zur Bucht von Le Marin. Hier hates einen grossen Yachthafen mit einer weitläufigen  vorgelagerten Ankerbucht. Wir bleiben ein paar Tage, erledigen einige Dinge, da die Infrastruktur für Segler hier optimal ist. Auch mieten wir für drei Tage ein Auto und erkunden die Insel. Sie hat einen wunderschönen Botanischen Garten, wir fahren durch den Regenwald zum Fusse des Peléesund vieles mehr. Weiter im Süden bei St. Anne sehen wir den ersten karibischen weissen Strand, leider mit vielen Club Med-Touris. Aber immerhin!

Wir setzen über zur Insel St. Lucia und ankern vor der Rodney Bay. Die Hafenanlage in der Rodney Bay ist ganz neu, aber dadurch dass wir uns in Le Marin gut eingedeckt haben, segeln wir am nächsten Tag weiter zur viel fotografierten Marigot Bay. Eine kleine Landzunge mit Palmen ist Ihr Markenzeichen. Ein Luxusressort und ein paar Restaurants haben sich hier angesiedelt. Boatboys verkaufen Früchte und Souveniers. St. Lucia ist eine wilde Vulkaninseln mit viel dichtem Regenwald. Ihr Wahrzeichen sind zwei Pintons (Vulkanberge) vor der ehemalingen Hauptstadt Soufrière. Ein hartnäckiger Boatboy überredet uns zu einem überteuerten Landausflug zu den ständig qualmenden Schwefelquellen, die in einem Vulkankrater liegen. Sehr eindrücklich, aber auf eigene Faust wäre uns dieser Ausflug einiges günstiger gekommen. Soufrière ist sehr ursprünglich mit windschiefen Häuschen und interessanten Läden und Beizen. Wir liegen an einer Boje vor einem Kraterrand und unter der Casa-Bianca schläft eine riesige Roche, eingebetet im Sand, so dass man sie fast nicht sieht.

Unsere nächste Station ist die Insel St. Vincent. Sie ist etwas ärmer als St. Lucia und anscheinend soll hier die Kriminalität etwas höher sein. Kein gutes Gefühl bei der Suche nach einer Übernachtungsbucht. Das Einklarieren machen wir in Chateaubelair Bay, hätten aber ohne Führer das Zollbüro und die Polizei nicht gefunden, obwohl es nur ein kleiner Ort ist. Da es in der Karibik immer um 19.00 Uhr stockdunkel wird, ziehen wir uns in dieser Bucht früher in den Salon zurück als gewohnt. Am nächsten Morgen beim verlassen der Bucht kommt uns ein Fischer mit einem kleinen Boot entgegen. Er hat einen kleinen Hammerhai gefangen, den er soeben noch mit ein paar Schlägen auf den Kopf ganz tötet. Wir schauen uns dieses Exemplar an und kaufen ihm einen Fisch ab. Danach segeln wir weiter in den Süden der Insel zur Blue Lagoon Bucht. Hier müssen wir bei der Einfahrt auf die vielen Riffe achten damit wir nicht stecken bleiben. Leider spinnt unser Wassermacher und mit dem Strom ist auch etwas nicht in Ordnung. Gut hat es hier einen kleinen Hafen mit einer Chartergesellschaft. Unser Stromproblem kann teilweise gelöst werden. Der Wasser- macher ist jedoch (im Moment) futsch, also füllen wir unseren Wassertank voll und müssen künftig den Verbrauch im Auge behalten. Wir besuchen von hier aus die Hauptstadt Kingstown eine Stadt mit westindischem Charme und einem riesigen Gemüsemarkt. Am nächsten Tag machen wir noch eine Inseltour mit einem Führer.

Unser nächster Stopp ist die Insel Bequia. Eine kleine Insel mit einer riesigen Ankerbucht vor dem Ort Port Elizabeth, die zu Recht den Namen Admiralitybay trägt und vielen Booten einen sicheren Ankerplatz bietet. Der Ankergrund ist weisser Sand, das Wasser türkisblau und teilweise eingebettet in schöne Strände. Der kleine Ort ist hübsch, hat gemütliche Bars direkt am Wasser und recht gute Einkaufsmöglichkeiten. Einzig in die Markthalle zu gehen ist müh- sam. Sie haben eine wunderbare Früchte- und Gemüseauswahl, aber total nervige Verkäufer die überfallen einen regelrecht. Da braucht man anschliessend die Drinks bei Sonnenuntergang im Frangipani.

Nach 2 Stunden hart am Wind erreichen wir die Insel Mustique. Genau so stellt man sich das Paradies vor. Kein wunder haben sich Mike Jagger, Thommy Hilfiger und einige weitere Promis und Reiche diese Insel unter den Nagel gerissen. Da der Grossteil privat ist, hat man nur teilweise Einblick in die Insel, aber auch die öffentlichen Strände sind wunderschön und Menschenleer. Die Ankerbucht ist nicht gross und teure Bojen regeln die Menge der Seglertouristen, so dass die ausgewählte Gesellschaft nicht vom einfachen Volk ;-) überflutet wird. Bei Basil's Bar findet in diesen Tagen ein Blues Festival statt, das wir an einem Abend besuchen.

Wir finden jedoch noch ein zweites kleines Paradies. Die Insel Mayreau. Sie hat zwei sehr schöne Buchten und wird in dieser Saison unsere Lieblingsinsel. Wir ankern einige Male hier. Ein einfaches Karibikdorf liegt am Hang, die Leute sind alle sehr nett und die Restaurants tip top, bei Danis sogar sehr gut. Die Saline Bay liegt mit weissem Sandstrand und Palmen, einsam und ohne Infrastruktur da, ein Traum!  Ausser, wenn ein Riesenkreuzfahrtdampfer ankert und seine Bordgäste an Land bringt!  Aber dann suchen wir das weite und kommen erst wieder, wenn diese Massen weg sind. Am Abend besuchen uns jeweils Fledermäuse und einmal lassen wir unvorsichtigerweise sehr reife Bananen und Mangos offen rumliegen. Sie finden in der Nacht den Weg durch die offenen Luken, um diese anzuknabbern und am morgen hängen sie dann kopfüber schlafend im Salon. Die zweite Bucht ist die Salt Whistle Bay, sie ist noch schöner eingebettet, aber leider meistens von sehr vielen Seglern belegt, was das paradiesische Feeling etwas eindämmt.
Von Mayrau aus gelangt man sehr gut zu den Tobago Cays, das Schnorchelgebiet schlechthin. Hier ankert man hinter Miniinseln wie z.B. Jamesby und Korallen im türkisblauen Meer, hat ausser den Boatboys keinen Laden und keine Beiz und geht einfach nur schnorcheln, baden oder an Land Leguane schauen. Die Unterwasserwelt bietet hautnah wunderschöne Riesenschildkröten, Rochen, Seesterne und natürlich viele bunte Fische und Korallen. Das Gebiet ist sehr abwechslungsreich. Und wenn man am Abend Lust auf ein Barbecue mit Lobster hat, organisieren einem das die Boatboys am Strand.

Eine ideale Insel um einzukaufen, sich einen Sundowner zu genehmigen oder essen zu gehen, ist Union Island. Hier hat es eine hübsche Ladenstrasse mit bunt bemalten Marktständen, kleine Supermärkte, einen Souvenierladen mit wirklich schönen Dingen und einen kleinen französischen Detaillisten mit europäisch/französischen Lebensmitteln. In diesem Laden ist zwar alles noch teuerer als sonst schon in der Karibik, dafür erhält man hier Lebensmittel, die man in dieser Region sonst nicht erhält. Vor allem wieder mal ein schönes Stück Fleisch, Salami, Joghurt, Käse. Vor der Insel liegt ein toller Eigenbau eines Einheimischen auf einem kleinen Felsen, das nur mit dem Beiboot erreichbar ist, - Paradisisland - . Den Blick über Union und Palm Island im warmen Licht des Sonnenunterganges schweifen lassen, Reggaemusik im Ohr und den Sundowner in der Hand, im Kreise deiner Lieben.

In dieser Region (den Grenadines) hat es einige ganz kleine Inseln, vor denen man wunderbar ankern kann. Man schnorchelt, badet oder wenn ein Ferienressort vor Ort ist, genehmigt man sich einen Drink oder geht schön (teuer) essen.  z.B.  Petis Navis, Mopion, Petit St. Vincent, Palm Island, Sandy Island etc. etc.

Die nächste Insel weiter südlich ist Carriacou, bei der es wieder etwas einfacher zu und her geht, und keinen weissen Palmenstrand mehr hat. Hier liegen einige Segler bevor sie nach Grenada runtersegeln oder weil sie am Schiff einige Dinge erledigen müssen. Es geht ja dauernd was kaputt und muss repariert werden. Auch Wartungsarbeiten müssen immer wieder gemacht werden. Dafür ist diese Bucht ideal. Ein kleine Werft vor Ort organisiert einem fehlendes Material. Hier treffen sich die Segler um sich auszutauschen und zusammen auf dem schwimmenden Schiff Halleluja am Abend nach getaner Arbeit zusammen einen Absacker zu genehmigen. Wenig Tourismus.
Bevor wir jeweils nach Grenada runter segelten, haben wir immer noch eine Nacht vor der Mininsel Saline Island im Süden von Carriacou geankert. Ein wunderbares Plätzchen. Ein kleiner farbenfroher Korallengarten lädt zum Schnor- cheln ein und am Abend hat man hier die schönsten Sonnenuntergänge. Ein kleines Paradies, welches man meist nur mit 2,3 anderen Booten teilt.

Die Insel Grenada kann nur im südlichen Teil angelaufen werden, so dass hier die Segelstrecke etwas grösser ist. Je nach Wind und Strömungen ist man in ca. 5-7 Stunden in St. George's, der Hauptstadt von Grenada. St. Gerorge's, eine ehemals schöne alte Stadt, die 2005 von Hurrikan Ivan arg zerstört wurde. Gut sichtbar an den Überresten der noch stehenden Häuser und an den bereits wieder restaurierten Gebäuden. Ein schönes altes Hafenbecken und einen grossen Markt laden zum Rundgang ein. Leider legen hier pro Tag manchmal bis zu 4 Kreuzfahrtschiffe an, so dass die Stadt regelrecht überschwemmt wird. Abseits davon liegt ein neuer Yachthafen, den wir aufsuchen, um von hier unsere Exkursionen zu machen. Mit den öffentlichen kleinen Minibussen gelangt man überall hin. Zwei Nauticshops auf der Insel erfüllen alle Seglerwünsche.  Und im Süden der Insel finden wir in der Prickley Bay unseren Werftplatz für den Winter. Hier finden wir auch endlich unser neues Dingi (Beiboot) und sind damit nun viel bequemer, schneller und trockener unterwegs. Da wir zu 95% hier in der Karibik am Anker oder an einer Boje hängen, machen wir alle Land- gänge mit dem Dingi. An Land treffen wir meist auf Stege, so dass es problemlos ist anzulanden. Im Süden der Insel befinden sich weitere Buchten und wir besuchen in Petit Calivigny Bay die ehemalige 10vor10 Moderatorin Jana Caniga und Ihren Mann Dieter Burkhard, in Ihrer Marina Le Phare bleu. Hier fühlen wir uns fast wie zu Hause, weil es für viele Schweizer Segler Ehrensache ist, ihnen einen Besuch abzustatten. Es liegen einige Boote in der Marina und die Ferienbungalows werden auch teilweise von Schweizern bewohnt. Das Restaurant an Land ist wunderbar zum essen und bietet am Samstagabend Live-Musik. Das Restaurant im Schiff Le Phare bleu hat auf der Insel einen guten Namen. Am Sonntag findet jeweils auf der in der Nähe gelegenen kleinen Insel Hog Island, von den Einheimischen organisiert, tagsüber  ein Barbecue mit Livemusik statt. Ein Insidertipp in der Seglerscene, weil es eine absolut ungezwungene Sache ist, wo sich schwarz und weiss trifft.

Ende Februar kommen uns Benjamin und Geraldine für zwei Wochen besuchen und wir segeln mit Ihnen ab Grenada wieder hoch nach Carriacou, Union Island, Mayreau, zu den Tobago Cays, und wieder zurück nach Grenada. Hängen etwas in Hog Island und in der Phare bleu Marina rum und machen von da aus einen Tagesausflug mit einem Führer über die Insel. Wir besuchen eine alte Rumdestillerie, eine Muskatnussfabrik und erleben wie aus Kakobohnen Schokolade wird. Ein sehr interessanter Tag. Danach segeln Kurt und ich nochmals hoch zu den Tobago Cays, um uns vor dem nach Hause fliegen von den Schildkröten zu verabschieden. Leider bekomme ich in dieser Zeit starke Zahn- schmerzen. Zahnärzte sind auf den kleinen Inseln nur auf bestimmten Inseln an ganz bestimmten Tagen alle zwei Wochen anzutreffen. Bis wir das rausgefunden haben (inkl. wo wann ein Zahnarzt ist) und die Koordination Startinsel, Zielinsel und Tag übereinstimmte, verging eine gute Woche bis ich auf einem Zahnarztstuhl lag :-(  Der Befund war dann schlussendlich falsch, ich erhielt aber gute Medikamente, um mich bis nach Hause ohne Schmerzen rüberzuretten.

Mitte April haben wir die Casa Bianca in der Spice Island Marina rausgenommen und für die Uebersommerung bereit gemacht. Der Wassermacher wurde uns von Enza Marine auch geflickt, so dass wir hoffen in der nächsten Saison wieder unabhängig zu werden. Einen neuen Lazybag und Fensterabdeckungen haben wir ebenfalls in Auftrag gegeben

 

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